Noten wie Gesichter erkennen
Ich habe nie richtig gelernt, Noten so zu lesen, wie ich Texte lese. Die Hälfte meiner Familie kann das. Ich nicht. Ich bin immer noch langsam wie ein Zweitklässler, der sich Wort für Wort vorarbeitet. Und ich möchte es trotzdem noch lernen.
Vor Kurzem bin ich auf die Idee gestoßen, Notenlesen zu trainieren wie Gesichtserkennung: Jeder der sieben Töne hat im Notensystem ein charakteristisches „Gesicht“. Wenn man sie oft genug sieht – immer mal wieder, wenn man gerade einen Moment Zeit hat –, weiß man irgendwann einfach: Das ist ein F. Direkt, ohne abzuzählen.
Genau dafür ist dieses Tool gedacht. Mit den Pfeiltasten oder den Buttons kannst du durch die sieben Gesichter blättern – immer derselbe Ton, gleichzeitig im Violin- und Bassschlüssel und über alle Lagen hinweg.
Ursprünglich habe ich es für mich selbst gebaut. Vielleicht hilft es dir ja auch.
Und was ist mit Vorzeichen?
Wenn ein Kreuz oder ein Be direkt neben dem Notenkopf steht, ist die Sache einfach: Du erkennst das Gesicht und liest das Vorzeichen gleich mit. (Darum werden die Noten für Filmmusik-Sessions durchgehend so notiert – die Musiker:innen müssen unter Zeitdruck vom Blatt spielen, und jeder Fehler kostet Geld.)
Die Tonartvorzeichen – also die Kreuze oder Bes am Anfang des Notensystems, direkt hinter dem Schlüssel – sind eine andere Fähigkeit. Man muss sie im Kopf behalten, obwohl sie nicht neben jeder einzelnen Note stehen. Das ist hier nicht das Thema. Für den Anfang reichen die sieben Gesichter.